Website-Icon Abenteuer Kamera

Road to nowhere – Unterwegs mit der Nikon Z7II

Es ist Samstag der 21.03.2021, Deutschland ist noch immer im Lockdown, als wir uns auf die kurze Reise gemacht haben.

Ich habe von meiner Frau zum Geburtstag ein „Glas voll Abenteuer“ geschenkt bekommen, das funktioniert so:

Man zieht ein Los, auf diesem Los steht ein Song, zu diesem assoziiert man ein Ausflugsziel.

Dieses Mal haben wir „Road to nowhere“ von Talking Heads gezogen.

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von open.spotify.com zu laden.

Inhalt laden

Ich habe an den Weg ins Nichts, im Sinne von auf den Weg ohne Ziel machen, gedacht. Meine Frau hat an die ehemalige DDR und das Niemandsland im Grenzbereich gedacht und unser Sohn an eine Eisdiele auf dem Weg:-D

Soviel zur Vorgeschichte, wir sind also an diesem besagten Samstagmorgen in unseren Camper eingestiegen, ausgestattet mit Gaskocher, veganen Maultaschen und viel Glück was das Wetter anbelangte.

Auf dem Weg zur Rhön

Wir sind also auf der Autobahn, fahren durch die Rhön und sehen im Sonnenschein die Wasserkuppe mit Schnee bedeckt. Ich muss ehrlich gestehen das ich vorher noch nie in der Rhön war, scheinbar habe ich wirklich etwas verpasst.

Unser Weg führt uns auf der A5 und A7 in Richtung Fulda, hier wollten wir eine kleine Mittagspause machen, nachdem unser Sohnemann aber im Auto eingeschlafen ist, sind wir ein bisschen durch die Gegend gefahren und haben Orte gefunden, die ich vorher nicht mal ansatzweise erahnt hätte, aber alle samt sehr schön und ländlich.

Weiter auf dem Weg Richtung Geisa und der ehemaligen Grenze Bundesrepublik und DDR, kurz bevor wir unser Ziel erreichten, war mir schon klar, dass wir gleich angekommen sein müssen.

Einige Kilometer lang „nichts“, hier wurde seitens der DDR eine enorme Sicherheitsmaßnahme ergriffen, Wahnsinn!

Das Grenzgebiet Hessen – Thüringen

Angekommen an Point Alpha.

Auf den ersten Blick einfach nur ein toller Ausblick auf Mittelgebirge und kleine Städtchen, wird einem doch schnell bewusst, dass hier der größte Eingriff in die deutsche Geschichte außerhalb des 2.Weltkrieges geschrieben wurde.

Heutzutage kann man sich kaum vorstellen, wie es dort vor 35 Jahren gewesen sein muss, obwohl wir uns heutzutage freiwillig in eine Art Abhörung durch Facebook, Alexa, Siri & Co.

Begeben, so haben wir doch weiterhin alle Möglichkeiten und selbst im Corona Lockdown können wir uns frei bewegen. Dass unsere Freiheit und Unabhängigkeit das Wichtigste ist, daran hat sich von damals zu heute nichts verändert.

Wir Parken also unser Auto und laufen zuallererst zum geschlossenen Museum, werfen einen Blick durch die Scheiben und sehen in beide Richtungen kilometerweit einen Streifen mit Mahnmalen und Zäunen, beklemmend irgendwie.

Bei bestem Wetter, im schönsten Sonnenschein ist da trotzdem ein Gefühl von Betroffenheit.

Mir wird bewusst, wie schlimm diese Situation für alle Betroffenen gewesen sein muss.

Vielleicht nur 5km entfernt lebt ein Teil deiner Familie und du kannst sie nicht mal eben besuchen weil „niemand die Absicht hatte, einer Mauer zu errichten“…

Das Grüne Band Thüringen

Aber ich will ja nicht nur auf die negativen Dinge eingehen, denn die DDR ist ja zum Glück Vergangenheit. Was mir ausgesprochen gut gefallen hat, ist was man aus diesem Stück Geschichte gemacht hat!

Ein Naturschutzprojekt, was sich absolut sehen lassen kann, „Grünes Band Thüringen“

https://www.stiftung-naturschutz-thueringen.de/handeln/gruenes-band-thueringen

Die Nikon Z7II – meine neue

Außerdem habe ich zum ersten Mal meine neue Nikon Z7II dabei, mit dem FTZ Adapter und meinem frisch upgedateten Tamron 24-70 2.8 G2.

Ich habe mir vor dem Fotografieren überlegt, dass ich dies ausschließlich in jpg machen werde, um zum einen die Technik zu testen und zum anderen einige in schwarzweiß zu entwickeln.

Meine Drohne hatte ich auch im Rucksack dabei, muss aber ehrlich sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass es nicht angemessen ist hier damit zu fliegen.

Auch, weil ich dort sehr viele Vögel gesehen habe, die jetzt gerade im Nestbau aktiv sind und auch teilweise schon brüten.

Wir sind auf dem Gedächtnisweg vom Checkpoint so ca.1 km entlanggelaufen und waren echt erstaunt was hier früher getrieben wurde, Minenfelder, 10km Sperrzone, getarnte Betonbunker um den Feind im Westen zu beobachten, Kettenhunde die nur an einer Führung laufen konnten und bestenfalls eine Hundehütte hatten.

Auf der anderen Seite konnte man als Tourist in den Osten schauen, um das Feuer zu schüren, völlig verrückt.

Die Mittagspause auf dem Amerikanischen Parkplatz

Wir haben dann am „amerikanischen Stützpunkt“ einen leeren Parkplatz gesehen und uns dazu entschlossen dort unsere längst fällige Mittagspause zu machen. So sind wir dann zurück zum Bus und haben einmal das Auto umgeparkt, so einfach kann man heute von Ost nach West fahren 😉

Auf dem Parkplatz angekommen, wurden wir direkt von einer scheinbar in der Nähe lebenden Katze empfangen mit den Worten „Mau, ich habe Hunger und schon mindestens ein Jahr nichts mehr bekommen“:-D

Meine Frau und unser Sohn sind an einen Souvenirautomaten gegangen um ein 5Cent Stück zu prägen und einen Gedenkschein zu drucken, in dieser Zeit habe ich den Gaskocher aufgestellt und angefangen zu Kochen, das geht wirklich super!

Nachdem das Essen fertig war, haben wir uns in den Bus zurückgezogen, Tisch ausgeklappt und Stühle zur Essensgruppe gedreht – ich liebe diesen Bus.

Es gab vegane Maultaschen mit Gemüsebrühe und als Nachtisch Erdbeeren, Blaubeeren und Himbeeren.

Unterwegs in Thüringen – Richtung Hessen

Nach dem Essen hatte ich mir in den Kopf gesetzt noch ein bisschen in Thüringen an der Grenze entlang zu fahren, das haben wir dann auch gemacht und einen REWE angesteuert um ein paar Mitbringsel einzukaufen (Vita Cola zum Beispiel).

Auf dem Weg zurück Richtung Hessen sind wir dann in Vacha gelandet, eine sehr schöne kleine Stadt.

Auch hier ist die Grenze damals direkt verlaufen.

( https://www.facebook.com/vacha.de/)

Es gibt hier auch eine sehr fotogene Brücke!

Das Abschlusseis darf nicht fehlen

Dann hatten wir nachmittags gegen 16 Uhr, wir hatten soweit unseren Plan umgesetzt, bis auf den Wunsch von unserem Sohn, eine Eisdiele anzusteuern.

Dies haben wir dann auch noch umgesetzt und haben auf dem Heimweg bei Eiszeit in Lahnau angehalten und zugeschlagen. (https://www.facebook.com/eiszeit.lahnau/)

Puh, danach war für uns der ausgesprochen schöne Tag auch zu Ende.

Herzensthema Naturschutz

Ich möchte an dieser Stelle aber noch etwas zu dem Naturprojekt „Grünes Band Thüringen“ schreiben.

Ich finde es absolut bemerkenswert, dass ein solches Gebiet wie die ehemalige Grenze alleine in Thüringen über eine Länge von 763KM zu einem so wichtigen Projekt für unsere Natur geworden ist!

Hier wachsen Bäume und Pflanzen, die man sonst nur selten findet und auch Tiere haben die Chance sich hier sicher niederzulassen.

Deshalb muss ich sagen, habe ich abschließend neben der gedämpften Stimmung trotzdem ein sehr gutes Gefühl zur ehemaligen Grenze.

Ich habe mir auch schon überlegt einmal die Grenze mit dem Gravelbike abzufahren, allerdings muss man hierzu jede Menge Zeit mitbringen.

Die Grenzsteintrophy

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von grenzsteintrophy.de zu laden.

Inhalt laden

Podcast zur Grenzsteintrophy

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von open.spotify.com zu laden.

Inhalt laden

Zur Werkzeugleiste springen